Damit jeder Kunde im Shop genau die Preise sieht, die für ihn gelten.
Im B2B gibt es selten den einen Preis. Großhändler arbeiten mit Kundengruppen, Rabattstufen, Rahmenverträgen, Staffelpreisen, individuellen Preislisten, Sonderkonditionen und Aktionspreisen.
Was im Vertrieb über Jahre gewachsen ist, muss im B2B-Shop sauber abgebildet werden. Sonst entstehen genau die Probleme, die ein digitaler Vertriebskanal eigentlich lösen soll: Rückfragen, Reklamationen, manuelle Preisprüfung und verlorenes Vertrauen.
Unit M unterstützt mittelständische Großhändler dabei, B2B-Preislogiken sauber zu strukturieren und in Shop, ERP und Vertriebsprozesse zu integrieren.
✓ Kundengruppen und Preislisten sauber modellieren
✓ Staffelpreise und Mengenlogik im Shop abbilden
✓ ERP als führendes System für Preise nutzen
✓ Preislogik mit B2B-Shop, PIM und Kundenportal verbinden
✓ Erfahrung mit Großhandel, Industrie und Maschinenbau
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Warum Preislogik im B2B-Shop so wichtig ist
Ein B2B-Shop wird nur akzeptiert, wenn Kunden ihren gewohnten Konditionen vertrauen.
Wenn ein langjähriger Stammkunde im Shop einen anderen Preis sieht als im Angebot des Außendienstes, entsteht sofort Unsicherheit. Der Kunde ruft an, der Vertriebsinnendienst prüft manuell, und der digitale Prozess ist unterbrochen.
Deshalb ist Preislogik im B2B kein Backend-Detail. Sie ist Vertriebsstrategie.
Ein guter B2B-Shop beantwortet automatisch:
- Welche Kundengruppe gilt für diesen Kunden?
- Welche Preise darf der Kunde sehen?
- Welche Staffelpreise gelten?
- Gibt es individuelle Sonderpreise?
- Gibt es einen Rahmenvertrag?
- Welche Aktion ist gültig?
- Welche Regel hat Priorität?
- Welches System ist führend?
Ohne klare Antworten wird Preisgestaltung im Shop schnell unkontrollierbar.
Typische Probleme ohne saubere Preislogik
|
Ohne saubere Preislogik |
Mit strukturierter B2B-Preislogik |
|---|---|
|
Kunden sehen falsche Preise |
Kunden sehen ihre verhandelten Konditionen |
|
Vertrieb prüft Preise manuell |
Preise werden automatisch berechnet |
|
Shop und ERP weichen voneinander ab |
ERP bleibt führendes System |
|
Rabattregeln überschneiden sich |
Prioritäten sind klar definiert |
|
Kunden rufen bei Unsicherheit an |
Self-Service wird akzeptiert |
|
Aktionen unterlaufen Staffelpreise |
Preisuntergrenzen schützen Marge |
|
Preisänderungen sind nicht nachvollziehbar |
Audit-Logs dokumentieren Anpassungen |
Das Ziel ist nicht maximale Komplexität, sondern kontrollierbare Preislogik.
Die vier Ebenen der B2B-Preisbildung
In vielen Großhandelsprojekten treffen mindestens vier Preisebenen aufeinander.
1. Kundengruppe
Die Kundengruppe definiert die grundlegende Preis- und Konditionslogik.
Beispiele:
- Standardkunde
- Fachhandel
- Großkunde
- Key Account
- OEM
- Exportkunde
- Projektkunde
Kundengruppen eignen sich besonders für skalierbare Preislogik. Sie verhindern, dass für jeden Kunden einzelne Regeln gepflegt werden müssen.
2. Einzelkunde
Einzelkunden erhalten individuelle Konditionen, wenn sie besondere Bedeutung haben oder eigene Vereinbarungen bestehen.
Beispiele:
- strategische Accounts
- Rahmenvertragskunden
- Kunden mit Sonderrabatten
- Konzernkunden
- Einkaufsgemeinschaften
Diese Preise sollten nicht manuell im Shop gepflegt werden, sondern aus dem ERP kommen.
3. Vertragspreis
Vertragspreise gelten häufig für bestimmte Artikel, Warengruppen oder Zeiträume.
Beispiele:
- Jahresvereinbarungen
- Projektpreise
- Rahmenverträge
- artikelbezogene Sonderpreise
- Mengenvereinbarungen
Vertragspreise sind im Großhandel besonders sensibel, weil sie häufig direkt mit Marge, Laufzeit und Lieferbedingungen verknüpft sind.
4. Aktion
Aktionen sind zeitlich begrenzte Preisregeln.
Beispiele:
- Saisonrabatte
- Abverkaufsaktionen
- Kampagnenpreise
- Einführungsangebote
- Sortimentsaktionen
Wichtig: Aktionen dürfen bestehende Vertrags- oder Staffelpreise nicht ungewollt unterlaufen.
Welche Preisregel hat Vorrang?
Eine der wichtigsten Fragen lautet:
Welche Regel gewinnt, wenn mehrere Preise gleichzeitig gelten?
Beispiel:
Ein Kunde gehört zur Kundengruppe „Fachhandel B“, hat für einen Artikel einen Vertragspreis und dieser Artikel ist gleichzeitig Teil einer Aktion.
Ohne Prioritätslogik entstehen widersprüchliche Ergebnisse.
Typische Prioritäten
|
Priorität |
Preisregel |
|---|---|
|
1 |
individueller Vertragspreis |
|
2 |
kundenindividuelle Preisliste |
|
3 |
Staffelpreis |
|
4 |
Kundengruppenrabatt |
|
5 |
Aktionspreis |
|
6 |
Listenpreis |
Diese Reihenfolge muss nicht für jedes Unternehmen gleich sein. Entscheidend ist, dass sie dokumentiert und technisch eindeutig umgesetzt wird.
Kundengruppen sinnvoll strukturieren
Viele Großhändler starten mit zu vielen Kundengruppen.
Das wirkt zunächst präzise, führt später aber zu hohem Pflegeaufwand und unklaren Zuständigkeiten.
Besser ist ein klares, reduziertes Modell.
Beispiel für Kundengruppen im Großhandel
|
Kundengruppe |
Typisches Kriterium |
Preislogik |
Zahlungsziel |
|---|---|---|---|
|
Standard B2B |
registrierter Geschäftskunde |
Listenpreis oder Basisrabatt |
14 Tage |
|
Fachhandel A |
kleiner Wiederverkäufer |
Rabattstufe A |
30 Tage |
|
Fachhandel B |
hoher Jahresumsatz |
Rabattstufe B |
30 Tage |
|
Key Account |
strategischer Kunde |
individuelle Preisliste |
45 Tage |
|
OEM / Industrie |
Rahmenvertrag |
Vertragspreise |
nach Vertrag |
|
Export EU |
geprüfte USt-ID |
EU-Konditionen |
30 Tage |
|
Export Drittland |
Exportkunde |
Exportkonditionen |
Vorkasse oder individuell |
|
Projektkunde |
befristetes Projekt |
projektbezogen |
nach Angebot |
In den meisten Fällen reichen acht bis zwölf gut definierte Kundengruppen aus.
Staffelpreise richtig einsetzen
Staffelpreise sind ein starkes Instrument, wenn sie verständlich und erreichbar sind.
Sie sollen Kunden motivieren, größere Mengen zu bestellen, ohne die Marge unkontrolliert zu senken.
Gute Staffelpreise erfüllen drei Bedingungen
- Die nächste Stufe ist sichtbar.
- Die Schwelle ist realistisch erreichbar.
- Der Rabatt ist wirtschaftlich kalkuliert.
Beispiel:
|
Menge |
Preis pro Stück |
Hinweis im Shop |
|---|---|---|
|
1–9 |
12,90 € |
Standardpreis |
|
10–24 |
11,90 € |
ab 10 Stück sparen |
|
25–49 |
10,90 € |
ab 25 Stück günstiger |
|
ab 50 |
9,90 € |
beste Staffel |
Besonders wirksam ist ein Hinweis wie:
„Noch 6 Stück bis zur nächsten Preisstaffel.“
So wird der Staffelpreis nicht nur angezeigt, sondern aktiv als Bestellimpuls genutzt.
Wann individuelle Preislisten sinnvoll sind
Individuelle Preislisten sind aufwendig, aber bei wichtigen Kunden oft unverzichtbar.
Sie lohnen sich besonders, wenn
- Rahmenverträge bestehen,
- viele Artikel kundenspezifisch bepreist sind,
- Einkaufsverbände beteiligt sind,
- Projektpreise gelten,
- Top-Kunden besondere Konditionen erhalten,
- Preisvereinbarungen im ERP gepflegt werden.
Eine einfache Faustregel:
Wenn ein Kunde nur wenige Sonderartikel hat, reicht oft eine Kundengruppe plus einzelne Vertragspreise. Wenn viele Artikel betroffen sind, ist eine individuelle Preisliste sinnvoller.
ERP als Single Source of Truth
Preise sollten nicht an mehreren Stellen gepflegt werden.
Wenn Vertrieb, ERP und Shop unterschiedliche Preisstände kennen, entstehen zwangsläufig Konflikte.
Deshalb gilt in den meisten Projekten:
Das ERP ist führend für Preise. Der Shop zeigt Preise an, verhandelt sie aber nicht.
Typische Preisdaten aus dem ERP:
- Kundengruppenzuordnung
- Rabattstufen
- Preislisten
- Vertragspreise
- Staffelpreise
- Sonderkonditionen
- Zahlungsziele
- Kreditlimits
Der Shop kombiniert diese Informationen mit Login, Sortiment, Warenkorb und Verfügbarkeit.
Zusammenspiel von ERP, PIM und Shop
Preise gehören ins ERP. Produktdaten gehören häufig ins PIM. Der Shop führt beides für den Kunden zusammen
ERP Preise, Kunden, Konditionen, Zahlungsziele │ ▼ B2B-Shop Login, Warenkorb, Preisanzeige, Bestellung ▲ │ PIM Produktdaten, Bilder, Attribute, Dokumente
Entscheidend ist, dass Zuständigkeiten klar geregelt sind. Wer Preise im Shop korrigiert, obwohl das ERP führend ist, erzeugt neue Abweichungen.
Plattformen im Vergleich
Shopware
Shopware arbeitet mit Regeln, Kundengruppen und Erweiterungen. Für viele mittelständische DACH-Projekte ist das ein guter Einstieg, wenn die Preislogik nicht zu komplex wird.
OroCommerce
OroCommerce ist besonders stark bei komplexen B2B-Preislisten, Kundenhierarchien und Rollen. Die Plattform wurde B2B-first konzipiert und eignet sich gut für anspruchsvolle Großhandelsprozesse.
BigCommerce
BigCommerce bietet mit Customer Groups und Price Lists eine solide Grundlage für B2B-Preislogik. Besonders interessant ist die Kombination aus SaaS-Betrieb, API-first-Ansatz und B2B Edition.
Adobe Commerce
Adobe Commerce ist sehr flexibel, aber auch komplex. Shared Catalogs, Customer Groups und Price Rules ermöglichen viel, verlangen aber saubere Konzeption und Betriebskompetenz.
Plattformvergleich Preislogik
|
Funktion |
Shopware |
OroCommerce |
BigCommerce |
Adobe Commerce |
|---|---|---|---|---|
|
Kundengruppen |
gut |
sehr stark |
gut |
gut |
|
individuelle Preislisten |
möglich |
sehr stark |
gut |
stark |
|
Staffelpreise |
gut |
stark |
gut |
stark |
|
Vertragslogik |
projektabhängig |
stark |
möglich |
stark |
|
Prioritätsregeln |
regelbasiert |
sehr gut steuerbar |
begrenzt bis gut |
komplex steuerbar |
|
ERP-Integration |
erforderlich |
erforderlich |
erforderlich |
erforderlich |
|
Komplexe B2B-Szenarien |
mittel |
sehr gut |
gut |
gut bis sehr gut |
|
Betriebsaufwand |
mittel |
mittel bis hoch |
niedriger |
hoch |
Die richtige Plattform hängt nicht nur von der Funktion ab, sondern von Ihrer Vertriebslogik und ERP-Struktur.
Typische Anti-Patterns
Zu viele Kundengruppen
Viele Gruppen wirken präzise, machen Pflege und Fehlersuche aber unnötig kompliziert.
Preislogik im Shop statt im ERP
Doppelte Pflege führt früher oder später zu Abweichungen.
Aktionspreise ohne Untergrenze
Rabattaktionen können bestehende Staffel- oder Vertragspreise ungewollt unterlaufen.
Fehlende Audit-Logs
Preisänderungen müssen nachvollziehbar sein. Wer hat wann welchen Preis geändert?
Nicht sichtbare Staffelvorteile
Wenn der Kunde die nächste Staffel nicht erkennt, beeinflusst sie sein Bestellverhalten kaum.
Unklare Zuständigkeiten
Vertrieb, Einkauf und IT müssen wissen, wer welche Preise pflegt und freigibt.
Unser Vorgehen bei B2B-Preislogik
1. Preismodell analysieren
Wir erfassen Kundengruppen, Rabattlogik, Preislisten, Verträge und Sonderfälle.
2. Kundengruppen konsolidieren
Gemeinsam prüfen wir, welche Gruppen wirklich benötigt werden und welche zusammengeführt werden können.
3. Prioritätslogik festlegen
Wir definieren, welche Preisregel Vorrang hat und wie Sonderfälle behandelt werden.
4. ERP-Integration planen
Wir klären, welche Preisdaten aus dem ERP kommen und wie sie im Shop genutzt werden.
5. Shop-Umsetzung testen
Mit realen Kunden, echten Preislisten und typischen Warenkörben prüfen wir die Ergebnisse vor dem Go-live.
Warum Unit M?
Unit M begleitet seit 1996 mittelständische Unternehmen bei B2B-Commerce, ERP-Integration und der Digitalisierung von Vertriebsprozessen.
Preislogik ist dabei einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.
Unser Fokus liegt nicht darauf, möglichst viele Rabattregeln technisch umzusetzen. Unser Ziel ist eine Preisarchitektur, die Vertrieb, ERP und Shop verständlich verbindet.
Als offizieller Partner von OroCommerce und BigCommerce kennen wir moderne B2B-Plattformen aus der Umsetzung. Shopware, Adobe Commerce und weitere Systeme bewerten wir herstellerneutral.
Häufige Fragen
Was sind Kundengruppen im B2B-Shop?
Kundengruppen bündeln Kunden mit ähnlichen Konditionen, Sortimenten oder Rechten. Sie steuern zum Beispiel Preise, Rabatte, Sichtbarkeit, Zahlungsarten oder Mindestbestellwerte.
Wie viele Kundengruppen sind sinnvoll?
In vielen Großhandelsprojekten reichen acht bis zwölf klar definierte Kundengruppen aus. Zu viele Gruppen erhöhen Pflegeaufwand, Fehleranfälligkeit und Komplexität.
Was sind Staffelpreise im B2B?
Staffelpreise sind mengenabhängige Preise. Je mehr ein Kunde bestellt, desto günstiger wird der Einzelpreis. Sie eignen sich besonders für Verbrauchsmaterialien, Ersatzteile und regelmäßig bestellte Artikel.
Wo sollten Preise gepflegt werden?
In den meisten Fällen sollte das ERP führend für Preise sein. Der Shop zeigt Preise an und nutzt sie im Bestellprozess, sollte aber keine abweichende Preiswahrheit erzeugen.
Wann braucht ein Kunde eine individuelle Preisliste?
Eine individuelle Preisliste ist sinnvoll, wenn ein Kunde viele Sonderkonditionen, Rahmenverträge oder artikelbezogene Vertragspreise hat. Für kleinere Abweichungen reichen oft Kundengruppen oder einzelne Vertragspreise.
Wie verhindert man Preisfehler im Shop?
Durch klare Master-Data-Hoheit, ERP-Integration, definierte Prioritätsregeln, Testwarenkörbe mit echten Kunden und Audit-Logs für Preisänderungen.
Welche Plattform eignet sich für komplexe Preislogik?
OroCommerce ist besonders stark bei komplexen B2B-Preislisten und Kundenhierarchien. BigCommerce eignet sich gut für API-orientierte SaaS-Setups. Shopware und Adobe Commerce können je nach Setup ebenfalls passend sein.
Können Staffelpreise und Aktionspreise kombiniert werden?
Ja, aber nur mit klaren Prioritäten und Preisuntergrenzen. Sonst können Aktionen bestehende Staffel- oder Vertragspreise ungewollt unterlaufen.
Jetzt Preislogik prüfen lassen
Sie möchten Kundengruppen, Staffelpreise und individuelle Preislisten in Ihrem B2B-Shop sauber abbilden?
In einem unverbindlichen Erstgespräch analysieren wir gemeinsam:
- Ihre bestehende Preisstruktur
- Kundengruppen und Rabattlogik
- ERP- und Shop-Schnittstellen
- Staffelpreise und Vertragspreise
- mögliche Risiken bei Doppelpflege
- geeignete Plattformoptionen
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