Directus AI Assistant: Setup, Provider und produktive Use-Cases

Mit Version 11.15 hat Directus einen der spannendsten Ausbauschritte der Plattform vorgestellt: den Directus AI Assistant.

Statt Datenmodelle, Inhalte oder Automatisierungen ausschließlich über Menüs und Formulare zu verwalten, können viele Aufgaben direkt per natürlicher Sprache erledigt werden.

Der Assistant verbindet moderne Large Language Models mit den Daten und Funktionen einer Directus-Instanz. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für Content-Teams, Administratoren und Entwickler.

In diesem Beitrag zeigen wir:

  • Was der Directus AI Assistant kann
  • Welche KI-Provider unterstützt werden
  • Wie das Setup funktioniert
  • Welche Datenschutzaspekte zu beachten sind
  • Wie Datei-Uploads genutzt werden können
  • Drei produktive Praxisbeispiele

Was der Directus AI Assistant kann (und was nicht)

Der AI Assistant ist kein autonomer Agent.

Er führt keine eigenständigen Aktionen aus und trifft keine Entscheidungen ohne Benutzerinteraktion.

Seine Stärke liegt darin, Aufgaben innerhalb von Directus einfacher und schneller zugänglich zu machen.

Content erstellen, Collections verwalten und Flows auslösen

Der Assistant kann unter anderem:

  • Inhalte erstellen
  • Inhalte überarbeiten
  • Datensätze analysieren
  • Datenmodelle erklären
  • Schemaänderungen vorbereiten
  • Flows starten
  • Datensätze suchen

Dadurch wird Directus insbesondere für Fachanwender deutlich zugänglicher.

Daten über natürliche Sprache analysieren

Eine der interessantesten Funktionen besteht darin, Daten über natürliche Sprache abzufragen.

Beispiele:

  • Zeige mir alle Artikel ohne Titelbild.

  • Welche Kunden haben seit sechs Monaten keine Bestellung mehr aufgegeben?

  • Wie viele Produkte besitzen keine Kategorie?

Der Assistant übersetzt diese Anfragen intern in passende Datenbankabfragen.

Was der Assistant nicht kann

Trotz seiner Fähigkeiten besitzt der Assistant bewusst Grenzen.

Er ist kein:

  • autonomer Agent
  • Workflow-System
  • Ersatz für Directus Flows
  • Ersatz für n8n oder Inngest

Komplexe Automatisierungen sollten weiterhin über die dafür vorgesehenen Werkzeuge umgesetzt werden.

 

Welche KI-Provider unterstützt der Directus AI Assistant?

Der Assistant ist bewusst modellunabhängig aufgebaut.

Dadurch können verschiedene Anbieter eingesetzt werden.

OpenAI

OpenAI eignet sich besonders für:

  • Geschwindigkeit
  • Allgemeine Content-Erstellung
  • Strukturierte Ausgaben

Typische Modelle:

  • GPT-4o
  • GPT-4.1
  • GPT-4.1 Mini

OpenAI ist aktuell die häufigste Wahl für Directus-Projekte.

Anthropic (Claude)

Anthropic eignet sich besonders für:

  • Lange Dokumente
  • Komplexe Analysen
  • Wissensarbeit
  • Content-Audits

Typische Modelle:

  • Claude Sonnet
  • Claude Opus

Viele Teams nutzen Claude für umfangreiche Redaktions- und Dokumentationsaufgaben.

Google Gemini

Gemini bietet Vorteile bei:

  • Multimodalen Aufgaben
  • Bildanalyse
  • Dokumentenverständnis
  • Kombination aus Text und Bild

Typische Modelle:

  • Gemini 2.5 Flash
  • Gemini 2.5 Pro

OpenAI-kompatible Endpunkte

Neben den bekannten Cloud-Anbietern unterstützt Directus auch OpenAI-kompatible APIs.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Azure OpenAI
  • OpenRouter
  • Ollama
  • LM Studio
  • Lokale LLMs

Dadurch lassen sich auch vollständig selbst betriebene KI-Lösungen integrieren.

 

Welche Provider-Strategie sich in der Praxis bewährt hat

Viele Unternehmen setzen heute nicht mehr auf einen einzelnen Anbieter.

Bewährt hat sich häufig folgende Aufteilung:

Anwendungsfall

Empfohlener Provider

Schnelle Inhalte

OpenAI

Lange Dokumente

Anthropic

Bildanalyse

Gemini

Datenschutzkritische Szenarien

Lokale Modelle

Dadurch können Kosten, Qualität und Datenschutz besser ausbalanciert werden.

 

AI Assistant einrichten

Die Einrichtung erfolgt direkt innerhalb von Directus.

API-Key hinterlegen

Navigation: Settings → AI → Providers

Dort wird der API-Schlüssel des gewünschten Anbieters hinterlegt.

Beispiel:

  • OpenAI API Key
  • Anthropic API Key
  • Gemini API Key

Nach erfolgreicher Verbindung steht der Provider unmittelbar zur Verfügung.

Standardmodell auswählen

Anschließend sollte ein Standardmodell definiert werden.

Beispiel: GPT-4o oder Claude Sonnet

Dieses Modell wird für neue Konversationen verwendet.

Fallback-Modell konfigurieren

Für produktive Umgebungen empfiehlt sich zusätzlich ein Fallback-Modell.

Beispiel:

  • Primär: GPT-4o
  • Fallback: Claude Sonnet

Fällt ein Provider aus, bleibt der Assistant nutzbar.

Token-Limits festlegen

Je nach Unternehmensrichtlinie können Nutzungslimits definiert werden.

Typische Einstellungen:

  • Maximale Eingabelänge
  • Maximale Antwortlänge
  • Budgetbegrenzung
  • Modellbeschränkungen

Dadurch bleiben Kosten kontrollierbar.

 

Permissions und Datenschutz

Bei KI-Funktionen spielt Datenschutz eine zentrale Rolle.

Der Assistant verwendet die aktive Benutzerrolle

Ein wichtiger Sicherheitsaspekt:

Der Assistant besitzt keine Sonderrechte.

Er sieht ausschließlich Daten, auf die der aktuell angemeldete Benutzer Zugriff hat.

Beispiel:

Ein Redakteur kann keine Administrationsdaten abrufen.

Ein Lieferant kann keine Daten anderer Lieferanten sehen.

Die bestehenden Directus Permissions gelten unverändert.

Konversationen werden nicht serverseitig gespeichert

Eine häufige Frage betrifft die Speicherung von Chats.

Der Directus AI Assistant speichert Konversationen standardmäßig nicht dauerhaft auf dem Server.

Die Unterhaltung verbleibt im Browser-Kontext des Benutzers.

Dadurch reduziert sich die Menge dauerhaft gespeicherter KI-Daten erheblich.

DSGVO-Hinweis

Trotzdem gilt: Bei der Nutzung externer Modelle werden Inhalte an den jeweiligen Provider übertragen.

Deshalb sollten Unternehmen prüfen:

  • Auftragsverarbeitung
  • Datenstandort
  • Unternehmensrichtlinien
  • Sensible Informationen

Für besonders kritische Anwendungsfälle können lokale Modelle sinnvoll sein.

 

Datei-Uploads mit dem AI Assistant

Eine der interessantesten Neuerungen ist die Verarbeitung von Dateien.

Unterstützte Formate

Je nach Provider werden verschiedene Formate unterstützt.

Typische Beispiele:

  • PDF
  • DOCX
  • TXT
  • CSV
  • Bilder

Dateigröße

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt das typische Limit bei: 50 MB

Die tatsächliche Grenze hängt vom verwendeten Provider ab.

Beispiel: PDF zu Collection-Item

Ein typischer Workflow:

  1. Benutzer lädt PDF hoch
  2. Assistant analysiert den Inhalt
  3. Informationen werden extrahiert
  4. Datensatz wird erzeugt

Beispielsweise:

  • Produktdatenblätter
  • Lieferantendokumente
  • Verträge
  • Serviceberichte

Dadurch lassen sich viele manuelle Erfassungsprozesse beschleunigen.

 

Drei produktive Use Cases

Viele Demonstrationen zeigen beeindruckende Einzelbeispiele.

Interessanter sind reale Anwendungsfälle aus dem Alltag.

 

Use Case 1: Schema-Refactoring per Chat

Große Datenmodelle wachsen häufig über Jahre.

Der Assistant kann helfen:

  • Welche Collections enthalten ähnliche Felder?
  • Wo gibt es doppelte Strukturen?
  • Welche Felder sollten normalisiert werden?

Dadurch lassen sich Datenmodelle schneller analysieren.

 

Use Case 2: Content-Inventur

Content-Teams kämpfen häufig mit Datenqualität.

Beispiele:

  • Zeige mir alle Artikel ohne Bild
  • Welche Produkte besitzen keine Beschreibung
  • Welche Seiten haben kein SEO-Keyword?

Der Assistant kann solche Fragen direkt beantworten.

 

Use Case 3: Flow-Trigger per Chat

Der Assistant kann bestehende Automatisierungen anstoßen.

Beispiel: Starte den Salesforce-Synchronisationsprozess oder Führe die Produktvalidierung aus.

Dadurch werden wiederkehrende Aufgaben deutlich einfacher zugänglich.

 

Wann der AI Assistant nicht die richtige Lösung ist

Nicht jede KI-Aufgabe gehört in den Assistant.

Für komplexe Automatisierungen

Besser geeignet:

  • Directus Flows
  • n8n
  • Inngest

Für autonome Prozesse

Besser geeignet:

  • AI Agent Frameworks
  • Workflow Engines
  • Event-getriebene Systeme

Für umfangreiche Datenpipelines

Besser geeignet:

  • Inngest
  • ETL-Werkzeuge
  • Spezialisierte KI-Plattformen

Der Assistant ist primär ein Werkzeug für interaktive Zusammenarbeit.

 

Fazit

Der Directus AI Assistant macht moderne KI-Funktionen direkt innerhalb von Directus nutzbar.

Besonders interessant sind:

  • Natürliche Sprachabfragen
  • Content-Erstellung
  • Schemaanalyse
  • Dateiverarbeitung
  • Flow-Ausführung

Durch die Unterstützung von OpenAI, Anthropic, Gemini und OpenAI-kompatiblen Endpunkten bleibt die Wahl des Modells flexibel.

Gleichzeitig sorgt das bestehende Berechtigungsmodell dafür, dass der Assistant nur auf Daten zugreifen kann, die dem jeweiligen Benutzer ohnehin zur Verfügung stehen.

Für viele Teams wird der Assistant damit zum schnellsten Einstieg in KI-gestützte Arbeit direkt innerhalb von Directus.

Sie möchten ChatGPT, Claude oder andere KI-Systeme direkt mit Ihren Directus-Daten verbinden? Dann werfen Sie einen Blick auf den Directus MCP Server, der genau für diesen Anwendungsfall entwickelt wurde.

FAQ

Welche Provider unterstützt der AI Assistant?

Directus unterstützt OpenAI, Anthropic, Google Gemini sowie OpenAI-kompatible Endpunkte wie Azure OpenAI oder lokale Modelle.

Werden meine Daten an das LLM übermittelt?

Ja. Inhalte, die verarbeitet werden sollen, werden an den jeweiligen KI-Provider übertragen. Die genaue Verarbeitung hängt vom gewählten Anbieter ab.

Kann der Assistant Flows auslösen?

Ja. Der Assistant kann bestehende Flows und Aktionen innerhalb von Directus anstoßen, sofern die entsprechenden Berechtigungen vorhanden sind.

Wo werden Konversationen gespeichert?

Konversationen werden standardmäßig nicht dauerhaft auf dem Directus-Server gespeichert, sondern verbleiben im Browser-Kontext des Benutzers.

Kann ich lokale Modelle verwenden?

Ja. Über OpenAI-kompatible Endpunkte lassen sich auch lokale oder selbst gehostete Modelle integrieren.

Ist der AI Assistant ein autonomer Agent?

Nein. Der Assistant unterstützt Benutzer bei Aufgaben innerhalb von Directus, handelt jedoch nicht eigenständig.