BigCommerce vs Adobe Commerce: SaaS vs Open Source im B2B-Vergleich
Die Entscheidung zwischen BigCommerce und Adobe Commerce ist im Kern eine Architekturentscheidung. BigCommerce steht fĂźr managed SaaS mit schneller EinfĂźhrung, planbarem Betrieb und begrenztem Core-Zugriff. Adobe Commerce steht fĂźr das Magento-Erbe mit sehr hoher Customizing-Tiefe, starkem B2B-Funktionsumfang und deutlich hĂśherer technischer Verantwortung.
FĂźr schlanke bis mittelkomplexe B2B-Setups spricht vieles fĂźr BigCommerce. FĂźr tief integrierte Enterprise-Szenarien mit komplexen Workflows, groĂen Sortimenten und starkem Customizing bleibt Adobe Commerce eine der mächtigsten Plattformen im Markt.
Key Takeaways
- BigCommerce ist eine SaaS-Plattform mit Ăśffentlichen Tarifen ab 39 USD pro Monat.
- Adobe Commerce basiert auf Magento und wird individuell lizenziert.
- BigCommerce reduziert Hosting-, Update- und Betriebsaufwand.
- Adobe Commerce bietet deutlich tiefere Eingriffe in Code, Datenmodell und Geschäftslogik.
- BigCommerce eignet sich fĂźr standardnahe B2B-Prozesse mit schneller Time-to-Market.
- Adobe Commerce eignet sich fĂźr Enterprise-B2B mit komplexen Workflows.
- Die Total Cost of Ownership entscheidet sich weniger an der Lizenz als am Customizing-Anteil.
Die beiden Plattformen im Kurzporträt
BigCommerce und Adobe Commerce adressieren beide professionelle E-Commerce-Projekte. Ihre Grundannahmen sind aber sehr unterschiedlich.
BigCommerce: SaaS mit B2B-Edition-Aufsatz
BigCommerce ist eine gehostete SaaS-Plattform. Hosting, Skalierung, Sicherheitsupdates und Plattformbetrieb liegen beim Anbieter.
Was das praktisch bedeutet
Unternehmen mĂźssen keine eigene Infrastruktur betreiben und keine Plattform-Patches einspielen. DafĂźr ist der Plattform-Core geschlossen. Anpassungen erfolgen Ăźber APIs, Apps, Webhooks und Headless-Architekturen.
Typische Stärke von BigCommerce
BigCommerce ist stark, wenn Unternehmen schnell eine stabile B2B-Plattform aufbauen mĂśchten und die Anforderungen weitgehend Ăźber Standardfunktionen abbildbar sind.
Adobe Commerce: Magento-Erbe mit hoher Customizing-Tiefe
Adobe Commerce ist die kommerzielle Weiterentwicklung von Magento. Die Plattform bietet tiefen Zugriff auf Code, Module, Datenmodell und Geschäftslogik.
Was das praktisch bedeutet
Adobe Commerce kann sehr individuell angepasst werden. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Entwicklung, Hosting, Performance, Updates und Qualitätssicherung.
Typische Stärke von Adobe Commerce
Adobe Commerce ist stark, wenn B2B-Prozesse hochindividuell sind, mehrere Systeme tief integriert werden mĂźssen und das Unternehmen bereit ist, in eine anspruchsvollere Plattformarchitektur zu investieren.
Architektur-Vergleich: Open SaaS vs Open Source-Erbe
Der zentrale Unterschied liegt in der Kontrolle Ăźber die Plattform.
BigCommerce als Open SaaS
BigCommerce beschreibt sich als Open-SaaS-Plattform. Gemeint ist: Die Plattform ist SaaS, bietet aber viele APIs, Webhooks und IntegrationsmĂśglichkeiten.
Vorteile
- kein eigener Plattformbetrieb
- geringerer DevOps-Aufwand
- schnelle Skalierung
- weniger Update-Verantwortung
- gute Headless-Fähigkeit
- planbarere technische Basis
Grenzen
- kein Core-Zugriff
- Abhängigkeit vom SaaS-Anbieter
- begrenzte Kontrolle Ăźber Datenmodell und Infrastruktur
- Customizing nur innerhalb definierter Erweiterungspunkte
Adobe Commerce als offene Plattform
Adobe Commerce erlaubt tiefe Eingriffe in Code, Module, Datenbankstruktur und Geschäftslogik.
Vorteile
- sehr hohe Anpassbarkeit
- volle Kontrolle Ăźber viele Plattformbereiche
- starke Erweiterbarkeit
- Code-Ownership mĂśglich
- geeignet fĂźr komplexe Prozesslogik
Grenzen
- hĂśherer Implementierungsaufwand
- hĂśhere Anforderungen an Entwickler und Betrieb
- regelmäĂige Updates und Patches notwendig
- Performance-Verantwortung liegt stärker beim Betreiber
B2B-Fähigkeiten im Funktionsvergleich
Beide Plattformen kÜnnen B2B abbilden. Adobe Commerce bietet in der Tiefe mehr Enterprise-Funktionalität. BigCommerce ßberzeugt durch schnellere Aktivierung standardnaher B2B-Funktionen.
BigCommerce B2B Edition
Die BigCommerce B2B Edition ergänzt die Plattform um typische B2B-Funktionen.
Wichtige Funktionen
- Buyer Portal
- Company Accounts
- User Management
- Shopping Lists
- Quick Order
- CSV-Upload
- kundenspezifische Preise
- Invoice Management
- Angebotsanfragen
Wo BigCommerce stark ist
BigCommerce ist stark, wenn diese Funktionen den Kernprozess gut abdecken und keine sehr individuelle B2B-Logik benĂśtigt wird.
Wo BigCommerce an Grenzen kommt
Grenzen entstehen bei komplexen Approval-Workflows, mehrstufiger Preisfindung, parallelen Kataloglogiken oder sehr individuellen ERP-Abhängigkeiten.
Adobe Commerce B2B
Adobe Commerce bietet eine sehr umfassende B2B-Funktionalität, die aus der Magento-Welt heraus gewachsen ist.
Wichtige Funktionen
- Company Accounts
- Rollen und Rechte
- Quote Management
- Shared Catalogs
- Requisition Lists
- Purchase Orders
- kundenspezifische Preislogiken
- mehrstufige Freigabeprozesse
Wo Adobe Commerce stark ist
Adobe Commerce ist stark, wenn B2B-Prozesse nicht nur digitalisiert, sondern sehr präzise modelliert werden mßssen.#
Wo Adobe Commerce Aufwand erzeugt
Die Funktionsbreite ist ein Vorteil, erhĂśht aber Konzeptions-, Implementierungs- und Wartungsaufwand.
BigCommerce vs Adobe Commerce: Vergleich nach Kriterien
| Kriterium | BigCommerce | Adobe Commerce |
| Plattformmodell | SaaS | Open-Source-Erbe, kommerzielle Plattform |
| Hosting | Anbieterbetrieb | Self-Hosting, Cloud oder Managed Services |
| Core-Zugriff | nein | ja |
| Customizing | APIs, Apps, Webhooks | tiefe Code- und Modul-Anpassung |
| B2B-Funktionen | B2B Edition | umfangreiches B2B-Modul |
| Time-to-Market | meist schneller | meist länger |
| Betriebsaufwand | geringer | hĂśher |
| Vendor-Lock-in | hĂśher durch SaaS | geringer durch Code-Zugriff |
| Skalierung | Anbietergetrieben | abhängig von Hosting und Architektur |
| TCO-Treiber | Lizenz, Apps, Integrationen | Lizenz, Hosting, Entwicklung, Wartung |
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Pricing-Vergleich: transparente Tiers vs individuelle Angebote
BigCommerce verÜffentlicht Einstiegspreise. Adobe Commerce arbeitet stärker mit individuellen Angeboten.
BigCommerce Pricing
BigCommerce startet 2026 mit Ăśffentlichen Self-Serve-Tarifen. FĂźr B2B-Projekte sind aber meist Pro, Enterprise beziehungsweise Performance relevant.
Typische KostenblĂścke
- Plattformlizenz
- B2B Edition
- Premium-Apps
- Integrationen
- Payment-Kosten
- Implementierung
- laufende Betreuung
Adobe Commerce Pricing
Adobe Commerce wird individuell kalkuliert. Die Lizenz hängt unter anderem von Umsatz, ProjektgrĂśĂe, Anforderungen und Vertragsmodell ab.
Typische KostenblĂścke
- Adobe-Commerce-Lizenz
- Hosting oder Cloud-Betrieb
- Implementierung
- Custom Development
- Sicherheitsupdates
- Performance-Optimierung
- Wartung
- Betrieb
TCO-Fazit
BigCommerce ist oft gĂźnstiger, wenn der Standard gut passt. Adobe Commerce kann trotz hĂśherer Kosten sinnvoller sein, wenn komplexe Anforderungen sonst nur Ăźber Workarounds abgebildet wĂźrden.
Wann ist BigCommerce die bessere Wahl?
BigCommerce ist die bessere Wahl, wenn SaaS-Betrieb, Geschwindigkeit und Standardisierung im Vordergrund stehen.
Typische BigCommerce-Szenarien
Schneller Go-live
Wenn ein B2B-Shop zĂźgig live gehen soll und die Anforderungen klar begrenzt sind, bietet BigCommerce einen pragmatischen Einstieg.
Kleine interne IT
Wenn kein starkes internes E-Commerce- oder DevOps-Team vorhanden ist, reduziert BigCommerce die operative Last.
Standardnahe B2B-Prozesse
Wenn Company Accounts, Quick Order, Shopping Lists und kundenspezifische Preise ausreichen, kann BigCommerce sehr effizient sein.
Internationaler SaaS-Roll-out
Wenn mehrere Länder ßber eine einheitliche SaaS-Plattform ausgerollt werden sollen, ist BigCommerce oft einfacher zu steuern.
Wann ist Adobe Commerce die bessere Wahl?
Adobe Commerce ist die bessere Wahl, wenn Prozesskomplexität, Customizing und Integrationsgrad sehr hoch sind.
Typische Adobe-Commerce-Szenarien
Komplexe B2B-Workflows
Wenn mehrstufige Freigaben, Angebotsverhandlungen, Einkaufsrollen und Kataloglogiken differenziert abgebildet werden mĂźssen, ist Adobe Commerce stark.
GroĂe Sortimente
Bei sehr groĂen Katalogen, vielen Attributen, mehreren Marken oder komplexen Storefront-Strukturen bietet Adobe Commerce hohe Flexibilität.
Tiefe ERP- und PIM-Integration
Wenn ERP, PIM, CRM und weitere Systeme eng mit der Commerce-Plattform verzahnt werden mßssen, kann Adobe Commerce seine Stärke ausspielen.
Vorhandene Magento-Kompetenz
Wenn bereits Magento- oder Adobe-Commerce-Kompetenz im Unternehmen oder Partnernetzwerk vorhanden ist, sinkt das Projektrisiko.
Entscheidungsmatrix fĂźr B2B-Mittelstand
BigCommerce passt eher, wenn
- SaaS bevorzugt wird
- Time-to-Market wichtig ist
- interne IT-Ressourcen begrenzt sind
- B2B-Prozesse standardnah sind
- Hosting ausgelagert werden soll
- der Plattformbetrieb planbar sein soll
- keine tiefen Core-Anpassungen benĂśtigt werden
Adobe Commerce passt eher, wenn
- sehr individuelle B2B-Prozesse benĂśtigt werden
- Code-Ownership wichtig ist
- komplexe Workflows abgebildet werden mĂźssen
- groĂe Sortimente und mehrere Storefronts geplant sind
- tiefe ERP- und PIM-Integration notwendig ist
- ein erfahrenes E-Commerce-Team vorhanden ist
- langfristige Plattformkontrolle wichtiger ist als schnelle EinfĂźhrung
Migration zwischen BigCommerce und Adobe Commerce
Eine Migration zwischen beiden Plattformen ist mĂśglich, aber anspruchsvoll. Die Datenmodelle, Erweiterungslogik und Betriebsmodelle unterscheiden sich deutlich.
BigCommerce zu Adobe Commerce
Eine Migration von BigCommerce zu Adobe Commerce wird relevant, wenn die SaaS-Grenzen erreicht sind.
Typische AuslĂśser
- komplexere Workflows
- steigender Customizing-Bedarf
- mehr Kontrolle Ăźber Datenmodell und Code
- tiefere ERP-Integration
- stärkere Anforderungen an B2B-Logik
Adobe Commerce zu BigCommerce
Eine Migration von Adobe Commerce zu BigCommerce wird relevant, wenn Unternehmen Komplexität reduzieren mÜchten.
Typische AuslĂśser
- hohe Wartungskosten
- aufwendige Updates
- Performance-Probleme
- Wunsch nach SaaS-Betrieb
- Vereinfachung der Plattformlandschaft
So unterstĂźtzt Unit M dabei
Unit M unterstßtzt mittelständische Unternehmen bei der strukturierten Auswahl von B2B-Commerce-Plattformen.
Wir implementieren BigCommerce und OroCommerce. Adobe Commerce bewerten wir neutral als Vergleichsplattform, aber nicht aus einem eigenen Implementierungsinteresse heraus.
Unsere UnterstĂźtzung im Plattformvergleich
Anforderungsanalyse
Wir klären, welche B2B-Prozesse wirklich abgebildet werden mßssen und welche Anforderungen geschäftskritisch sind.
Architekturvergleich
Wir vergleichen SaaS, Open Source, Hosting, Datenhaltung, Erweiterbarkeit und Integrationsfähigkeit.
TCO-Bewertung
Wir betrachten nicht nur Lizenzpreise, sondern die Gesamtkosten Ăźber mehrere Jahre.
Neutrale Empfehlung
Wenn BigCommerce passt, sagen wir das. Wenn Adobe Commerce besser geeignet ist, sagen wir das ebenfalls und empfehlen bei Bedarf spezialisierte Adobe-Commerce-Partner.
FAQ – Häufige Fragen zu BigCommerce vs Adobe Commerce
Ist Adobe Commerce dasselbe wie Magento?
Adobe Commerce ist die kommerzielle Weiterentwicklung von Magento. Magento Open Source existiert weiterhin als Community-Variante. Adobe Commerce ergänzt diese Basis um kommerzielle Funktionen, B2B-Features, Support und Adobe-Integrationen.
Wie unterscheiden sich die B2B-Features im Detail?
Adobe Commerce bietet tiefere B2B-Funktionen wie Quote Management, Shared Catalogs, Requisition Lists und mehrstufige Company-Strukturen. BigCommerce B2B Edition bietet Buyer Portal, Company Accounts, Quick Order, Shopping Lists, Custom Pricing und Invoice Management, ist aber bei sehr komplexen Workflows begrenzter.
Welche Plattform ist gĂźnstiger im Total Cost of Ownership?
BigCommerce ist häufig gßnstiger, wenn die Anforderungen standardnah sind. Adobe Commerce verursacht meist hÜhere Lizenz-, Hosting- und Implementierungskosten, kann aber bei sehr individuellen Anforderungen wirtschaftlicher sein, weil weniger fachliche Kompromisse oder Workarounds notwendig werden.
Eignet sich BigCommerce fĂźr DACH-Mittelstand?
Ja, wenn die Anforderungen zu einer SaaS-Plattform passen und Lokalisierung, ERP-Anbindung sowie rechtliche Anforderungen sauber umgesetzt werden. FĂźr besonders regulierte oder hochindividuelle Szenarien sollte Adobe Commerce als Alternative geprĂźft werden.
Wie sieht der Vendor-Lock-in aus?
BigCommerce erzeugt als SaaS-Plattform einen hĂśheren Anbieter-Lock-in. Daten kĂśnnen exportiert werden, aber Plattformlogik und Datenmodell bleiben im SaaS-System. Adobe Commerce bietet mehr Code- und Datenkontrolle, verlangt dafĂźr aber mehr technische Verantwortung.
Quellen
- Binary Anvil: Adobe Commerce vs Shopify vs BigCommerce
- Codup: B2B E-Commerce Platform Comparison
- BigCommerce: B2B E-Commerce Platform
- BigCommerce: B2B Edition
- BigCommerce: Pricing 2026
- BigCommerce: Plan Pricing Updates 2026
- SmartSolutions.dev: Shopware vs BigCommerce B2B
- Shopware: BigCommerce Alternative
- Shopware: E-Commerce Platforms Comparison