Umgang mit Produktvarianten

Hinweise zur Datenpflege von Produktvarianten

Variantenreiche Produkte sind häufig eine besondere Herausforderung in PIM Systemen, aber auch e-Commerce Systemen. Produktvarianten existieren meistens in verschiedenen Formen und Ausprägungen, die sich häufig auch noch alle frei miteinander kombinieren lassen.

Sofern zusätzlich noch Regeln zwischen einzelnen Varianten zu berücksichtigen sind, ist man natürlich schnell beim Thema Konfigurator. Aber so komplex muss es ja nicht direkt sein.

Ein trivialer Vertreter eines Variantenproduktes ist ein T-Shirt, welches in verschiedenen Farben, Größen und mit verschieden Motiven angeboten wird. Ein solches T-Shirt hat also 3 sogenannte Variantenebenen oder Varianteneigenschaften, die es unterscheidbar machen.

Für die Variantenebenen gilt i.d.R. die mathematisch Komplexität n!, die unten grafisch dargestellt ist.

Komplexität von Produktvarianten

Komplexität von Produktvarianten

Hier gilt es insbesondere bei der Produktdatenpflege, als auch bei der Produktdatendarstellung, aufzupassen. Schnell entstehen hier Datenstrukturen, die sich später nur extrem aufwendig pflegen und aktualisieren lassen.

Eine Strategie für die Datenpflege kann es deshalb sein, Vererbungsfunktionen im PIM System zu nutzen, so dass sich man beim einzelnen Artikel nur noch die Variantenebenen ausprägen muss. Produkteigenschaften, die sich nicht von Variante zu Variante unterscheiden, lassen sich so bequem variantenübergreifend für alle Varianten einmalig pflegen und aktuell halten.

Darüber hinaus lassen sich in vielen PIM Systemen die Varianten auch automatisiert anlegen. Z.B. in dem die Varianteneigenschaften ausgewählt und die einzelnen Varianten vom PIM System automatisch ausmultipliziert werden.

Wem solche Funktionen nicht zur Verfügung stehen, aber entsprechenden Bedarf hat, sollte vielleicht besser nochmal über ein zeitgemäßes PIM nachdenken.

Hinweise zur Darstellung von Produktvarianten

Bei der Darstellung von Variantenprodukten, z.B. in eCommerce Lösungen, ist zunächst primär auf die Bedienbarkeit, sprich Auswahl, von Variantenprodukten zu achten.

Hierbei ergibt sich bei komplexen Variantenprodukten schnell das Problem wie viele Variantenebenen einem Benutzer überhaupt zugemutet werden können. Gerade im Möbelbereich existieren so viele Produktvarianten, das von Benutzer die Variantenauswahl nicht als Hilfe oder Unterstützung, sondern als Belastung empfunden wird. Es empfiehlt sich in solchen Situation Variantenebenen vom Produkt wieder zu entfernen und als Gruppierungsmerkmal auf die nächst höhere Ebene zu verlagern und den Kunden auf dieser Ebene bereits explizit eine Produktvariante mitwählen zu lassen. Weniger Komplexität ist eben manchmal mehr Komfort.

Beim oben genannten Beispiel T-Shirt lässt sich z.B. die Variantenebene Farbe so verlagern, dass ein Benutzer sich zunächst für blaue T-Shirts entscheiden und erst anschließend, als Variantenauswahl, die Größe und das Motiv auswählt. Es empfehlen sich übrigens in e-Commerce Lösungen für die Verlagerung von Variantenebenen optische Varianteneigenschaften zu verwenden, da sich diese, z.B. durch entsprechendes Bildmaterial, i.d.R. sehr gut für Benutzer visuell als Auswahlhilfe eignen.

Für den B2B e-Commerce Bereich ist diese Aufgabe allerdings anders zu lösen. Hier geht es eher darum Aufgaben, wie Massendatenbestellungen oder Regalauffüllungen, in der Erfassung effizient zu unterstützen. Hierfür sind einzelnen Variantenauswahlen sowieso denkbar ungeeignet und in der Bedienung viel zu aufwendig und fehleranfällig.

Die Lösung sind hier eher Bestellmatrixen, die es ermöglichen direkt verschiedene Varianten in unterschiedlichen Stückzahlen zu bestellen. Dabei ist es nicht nötig aufwendig von einer zu nächsten Variante hin und her wechseln zu müssen.

Fazit

Bei einer weitsichtigen Planung und Strukturierung der Produktdaten sind Varianten gut und leicht beherrschbar. Ohne diese Weitsicht können sie aber schnell zu Zeitfressern in der Pflege, Aktualisierung und Verwendungsanpassung werden.